Unterstützung in der Wärmestube

Cornelia Hawighorst und Astrid Fleute, 02.03.2026


Hier wird geholfen, gearbeitet, angepackt – ohne groß zu fragen. Die Wärmestube im ehemaligen Franziskanerkloster an der Bramscher Straße in Osnabrück ist ein Segen, ein Hoffnungsort für Bedürftige und Wohnungslose in der Stadt. Zwischen 8 und 13 Uhr können sie sich hier aufhalten, duschen, schlafen, essen, reden. Jeder kann hier kommen, wird versorgt und verpflegt. Niemand muss sich rechtfertigen. Neben dem kostenlosen Frühstück und Mittagessen, können die Gäste Sanitär-, Ruhe- und Aufenthaltsräume nutzen, sich neu einkleiden oder ihre Sachen waschen lassen. Ruhetage gibt es nicht.

Sehr beeindruckt von diesem Engagement haben wir jetzt einen Vormittag lang in der Küche der Einrichtung geholfen. Jeden Tag werden hier von Ehrenamtlichen und Ordensschwestern fleißig Brote geschmiert, ein leckeres Mittagessen gekocht und ausgegeben – für etwa 25 bis 80 Gäste, je nachdem, wie weit der Monat fortgeschritten ist. Die Lebensmittel sind Spenden, der Einsatz der Helfer ist unentgeldlich und freiwillig. 

Heute gibt es Gulasch: wir helfen Schwester Soteris und Schwester Benedicta, das Fleisch und das Gemüse entsprechend zurechtzuschneiden. Parallel dazu werden Lebensmittelspenden (auch von Ehrenamtlichen eingesammelt) gesichtet, sortiert und für die Bevorratung zurechtgemacht. Zu tun ist genug. Großküchenbehälter helfen, die großen Mengen an Gulasch und Nudeln zu braten und zu kochen. Der Joghurt kommt heute aus der Krankenhausküche. Gespendet natürlich.


Im Aufenthaltsraum gibt es Kaffee und Obst, die Gäste lesen Zeitung, dösen oder suchen Schwester Mirja in der Kleiderkammer und Schwester Maria Theresia in der Wäscheküche auf, wo man sich auch gut unterhalten kann, wie die Ordensschwester erzählt. „Wir fragen niemanden, aber manche wollen erzählen. Dann hören wir zu und versuchen, wenn gewünscht, Hilfe zu vermitteln.“ Alle Gäste haben ihr Päckchen zu tragen, das sieht man. Alkohol, Drogen, psychische Erkrankungen, das Leben auf der Straße – all das hat Spuren hinterlassen. „Hier sind wirklich die Ärmsten der Armen“, sagt Schwester Benedicta. Ulrich Friedrichs vom SKM führt uns durch die großzügigen Räume mit Hilfsangeboten und Rückzugsmöglichkeiten. 

In der Küche bereiten wir neben dem Mittagessen gemeinsam mit dem Ehrenamtlichen Felix Brote fürs Abendessen zu, die die Gäste später mitnehmen können. Seit sieben Jahren hilft der 24-Jährige in der Einrichtung und betont den direkten Mehrwert, den sein Einsatz für die Menschen hier hat. Bei der Essensausgabe sehen wir in viele dankbare, manchmal auch beschämte Gesichter. Alle haben Hunger, dürfen sich sogar Vorratsdosen befüllen. 

Erfüllt, nachdenklich und auch ein wenig k.o. treten wir den Rückzug an. Das hier ist ein starkes Stück Osnabrück, ein wirklich warmer Ort voller Würde und Hoffnung. Aber auch eine Mahnung an die Gesellschaft, die Hilfe für diese Menschen nicht zu vergessen. 



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