In meiner Anfangszeit beim Kirchenboten war ich bei einem Termin in Stolzenau, bei dem es um das undichte Dach der erst gut zehn Jahre zuvor eingeweihten Kirche ging. Nach der Besichtigung der Kirche lud mich der damalige Pfarrer Anton Sinningen zu einer Teestunde ein. Es gab Ostfriesentee mit Kluntjes und eine Torte, die die Haushälterin selbst gebacken hatte. Lecker! Solch eine Einladung hatte ich nicht erwartet – und ich war es von der Arbeit bei der Tageszeitung auch nicht gewöhnt.
Ähnliche Beweise herzlicher Gastfreundschaft für die Vertreterin des Kirchenboten gab es immer wieder, bisweilen wurde ich kurzerhand zum Mittagessen eingeladen. Immer gab es gute Gespräche mit Menschen, die Wichtiges mitzuteilen haben, darunter engagierte Ehrenamtliche, Trauerbegleiter, Krankenhausseelsorger oder Ordensleute auf Heimatbesuch.
All diese Begegnungen machen das Schöne unseres Berufs aus. Aber wenn ich mich für nur eine Erinnerung entscheiden muss, dann ist es diese besondere Arbeitswoche, in der ich eine Pilgerfahrt nach Portugal begleitet habe. Im Oktober 2017 war ich dabei, als Leserinnen und Leser zusammen mit unserem damaligen Bischof Franz-Josef Bode ihre Pilgerreise nach Lissabon und Fatima antraten.
In Lissabon feierten wir einen Gottesdienst zum Gedenken an den heiligen Antonius, in Fatima beteten wir den Rosenkranz, feierten verschiedene Gottesdienste und nahmen an der Lichterprozession teil. Einer sehr großen Lichterprozession – mit Tausenden anderen Pilgern aus vielen Ländern, die an diesem portugiesischen Wallfahrtsort beten. Wir waren Teil davon. Jeder und jede mit den ganz eigenen Gedanken und Gebeten. Das hat mich sehr beeindruckt.
Andrea Kolhoff (64) arbeitet seit 2001 beim Kirchenboten. Sie stammt aus Hunteburg und war nach ihrem Studium Mitarbeiterin verschiedener Tageszeitungen, unter anderem in Thüringen.