Erinnerung der Redakteurin Petra Diek-Münchow

Ich würde die Reportage, von der ich hier erzähle, sicher nicht als die schönste Erinnerung in meinem Berufsleben bezeichnen. Da gibt es viele andere, an die ich gerne zurück denke. Aber es war mit Sicherheit diejenige, die mich in meinen jetzt 28 Jahren beim Kirchenboten am meisten bewegt und berührt hat. 


Es geht um die Geschichte über Waltraud Dahm und ihren Sohn Jannik. Im Oktober 2020 war der 19-Jährige auf dem Weg zur Berufsschule tödlich verunglückt – so jung aus dem Leben gerissen, unfassbar für seine Eltern und Schwester, für Freunde, Schulkameraden und Nachbarn. 

In dieser Situation hat sich seine Familie entschieden, die Organe des Sohnes und Bruders zu spenden – und hat damit mehreren Menschen tatsächlich das Leben gerettet. Noch heute habe ich tiefsten Respekt und Hochachtung für diesen Schritt. Was sie durchlebt haben, hat mich sehr betroffen und auch demütig gemacht. Und ich musste gleich an unsere Söhne denken, die nicht viel älter sind als Jannik. 


Ich bin Frau Dahm noch immer sehr dankbar dafür, dass sie mir ihre Geschichte erzählt hat - dass sie mir ihr Herz geöffnet, ihre Trauer mit mir geteilt und mir so viel Vertrauen geschenkt hat, dass ich darüber berichten durfte. Das ist eins der großen Geschenke, die ich in meinem Beruf erleben darf.

Und auch im Nachgang hat diese Reportage offenbar viele Menschen bewegt. Viele Anrufe, Mails und andere positive Reaktionen gab es nach der Veröffentlichung im Kirchenboten. Selbst andere Zeitungen haben sie noch nachgedruckt.

Petra Diek-Münchow